Mein Name ist Luisa Zahn, geboren 1993, ein katastrophaler Lebenslauf, aber ein gutes Lebensgefühl.
Hier teile ich meine Gedanken, Ideen und Ansichten. Denn da möchte etwas raus und es ist Zeit damit zu beginnen.
Texte über das Leben, Alltagsphilosophie und Feminismus
Mein Name ist Luisa Zahn, geboren 1993, ein katastrophaler Lebenslauf, aber ein gutes Lebensgefühl.
Hier teile ich meine Gedanken, Ideen und Ansichten. Denn da möchte etwas raus und es ist Zeit damit zu beginnen.
In unseren Herzen sind schwarze Löcher. Sie entstehen, wenn uns in unserer Kindheit Leid zugefügt wird, mit dem wir nicht umgehen können. Oft über Jahre und dann sind die schwarzen Löcher noch größer, noch tiefer, noch unendlicher. Dann sind wir erwachsen und leben mit diesen Löchern. Die meisten merken sie gar nicht. Es lebt sich schon damit. Die Gewöhnung lässt sie unbemerkt vor sich hin brodeln und blubbern, saugen und ziehen. Sie kosten viel Kraft. Aber vor allem kosten sie die wahre Liebe, die wahre Verbindung zu anderen. Denn was passiert, wenn sie sich unbemerkt in unsere Beziehungen schleichen, ist das Verlangen dieses Loch vom Gegenüber füllen zu lassen. Gib mir das, was ich nicht kenne, was ich mir selbst nicht geben kann, gib es mir, verdammt nochmal gib es mir. Die Löchern ziehen und saugen unermüdlich, unerfüllbar, denn was sie zu schwarzen Löchern macht, ist dass sie unendlich tief sind und dadurch unendlich saugen und ziehen. Bis der oder die andere merkt, sie kann nicht mehr, sie ist ganz leer und traurig und all die geleistete Arbeit, all die Liebe ist futsch, einfach weg, das Loch ließ sich nicht füllen. Es ist noch immer da, sogar noch aktivierter, weil so viel hineinfloss und jetzt nichts mehr kommt, die Sucht der leichten Erfüllung nicht bedient wird. Und dann plötzlich wird es fühlbar, der Ruf des Schmerzes, wenn man genau hinhört, hört man daraus den Wunsch nach Heilung, nach Beachtung, nach Zuwendung. Aber nicht von der anderen Person, die kann doch gar nichts dafür, kann den Schmerz nur spiegeln, aber nicht heilen. Das wird die eigene Aufgabe sein. Dann tun wir uns weh, reißen uns die Wunden auf, streiten, verzweifeln. Aber wenn wir nicht aufgeben und uns die Wunden anschauen, dann liegen sie am Rand des schwarzen Loches, es blutet und es ist hässlich. Aber es ist offen und wir schauen hinein, reinigen die Wunde, holen den Dreck heraus und lassen die Wunde neu, in Sicherheit und wohl gepflegt heilen und was passiert noch? Das schwarze Loch wird kleiner. Und wenn ich es dann noch schaffe in tiefem Mitgefühl mit mir selbst den goldenen Honig der Selbstzuwendung, der Selbstachtung, des sich selbst Annehmens in das schwarze Loch fließen zu lassen statt es von anderen füllen zu wollen, setzt sich dieser an die inneren Wände und lässt das Loch schrumpfen. Es kann Jahre dauern, aber das macht nichts. Ich weiß um mein schwarzes Loch und habe Mitgefühl und kann es Schritt für Schritt zuwachsen lassen, aber vor allem bin ich ganz ganz vorsichtig, wie viel Liebe von andren da rein fließt, weil ich niemanden aussaugen möchte. Natürlich heilen wir auch zusammen, aber bewusst und umsichtig. So holen wir uns da gemeinsam raus, jede*r für sich, aber niemals allein. Wir können nichts für unsere Geschichten, aber es liegt an uns, diese nicht für immer zum allumwandelnden Zentrum zu lassen. Für die Freiheit, die dahinter liegt, bin ich bereit diesen Weg zu gehen, das Vergangene zu überleben und endlich endlich bereit für die Zukunft zu sein, die da so golden vor uns liegt.
Innehalten
Die Betrachtung zur Ruhe kommen lassen. Das Werk zur Ruhe kommen lassen. Es liegt ganz still. In mir wird es still. Aber nur ganz kurz. Dann dröhnen die Maschinen. Die Getriebe laufen heiß, weil die Stille nicht auszuhalten war. Zweifel kommen, beißen zu, meine Arbeit liegt nun still und gebadet in Lärm. Darf nicht sein, was sie sein wollte, ist gefangen im Sein müssen.
Ich höre weg. Sehne mich nach der Stille. Sie war so kurz, aber doch perfekt. Kein Sein müssen. Viel mehr Sein dürfen. Ich lasse sie gehen. Denn die Stille ist das einzige, was ich nicht erzwingen kann. Sie ist in ihrer Stillheit leise, drängt sich nicht auf. Dröhnende Stille ist anders, ist schmerzhaft und deshalb dann eben doch keine Stille. In der Stille will nichts gesagt werden.
Das Werk und ich. Wir wollen sein. Das Leben in uns, nur im Werk viel langsamer, viel stiller. Die Stille gibt es nur zwischen uns. Wir sind es nicht. Es rauscht, kracht, funkt, knackt in uns, lebendig oder nicht. Die Atome sind laut. Stille ist die Harmonie zwischen uns, mit allem was uns unterscheidet, dann eben doch in Resonanz und ruhig. Wir lassen uns sein.
Ich verändere etwas. Meine Arbeit, sie ist nicht mehr dasselbe.
Und so bin ich nicht mehr dieselbe.
Diesmal bleibt die Stille. Ich lächle. Es wird nur kurz sein, aber ich bin da, um sie zu hören und zu fühlen. Diese wunderbare, nicht zu greifende Stille.
Am Ende wird sie die Kunst sein. Kein Kunstwerk ohne Stille, die sich am Ende des Schaffens einstellt. Die Stille als Gegenteil des Prozesses. Sie lässt das Kunstwerk sein, ganz still, ganz strahlend, in Raum und Zeit hinein, für einen Augenblick, bevor alles wieder anders sein wird.
Werde ich weniger wichtig für mein Kind sein, wenn wir abstillen? Wird er darunter leiden? Ist es selbstsüchtig meinen Körper für mich zurückzuwollen? Werde ich es bereuen unser einzigartiges Band zu stören? Werde ich die neue Freiheit so genießen, wie ich es mir vorstelle? Werde ich mich weniger gebraucht fühlen? Ist es nur mein Verstand, der diesen Schritt will? Ich fühle mich sehr allein mit all diesen Fragen, alle Menschen, die relaten könnten, scheinen da sehr viel klarer zu sein.
Klar hab ich Angst. Klar will ich wieder mehr Freiheit. Klar will ich nur das Beste für mein Kind.
Vielleicht ist das ein Paradebeispiel, wie schwer es für mich ist, meine eigenen Bedürfnisse zu erkennen und dann ernst zu nehmen, sofort spielen äußere Faktoren eine übergeordnete Rolle.
Mein Kind und ich brauchen aber definitiv eins: Klarheit. Er wird damit klarkommen (müssen). Ich werde ihm anders emotionale Nähe geben können. Vielleicht werden neue Rituale eine Rolle spielen. Für mich würde die neue Freiheit auch Mut abverlangen, unser sicheres Nest hier wieder öfter zu verlassen, mich zurück ins Getümmel wagen. Mich selbst und andere mit meiner veränderten Version konfrontieren, dem Leben außerhalb der eigenen vier Wände begegnen. Corona, Schwangerschaft, Elternzeit, ich bin sowas von raus aus dem Social Life, verstehe die Codes nicht mehr, bin sehr schnell überfordert. Aber weiß heute auch viel mehr, was mir eigentlich gut tut, bin weniger kompromissbereit. So oder so beginnt ein neuer Lebensabschnitt mit einem Kind, das auch gut mal ohne Mama auskommt. Let´s see where it leads.
So lang wurde uns eingeredet, dass das Glück der Welt von dem einen Mann abhängt, die Suche nach eben diesen wird zur essentiellen Lebensaufgabe. Und jetzt bröckelt all das, wir lernen kollektiv uns selbst die Liebe zu schenken, die wir uns so sehr wünschen. Damit machen wir uns nicht nur unabhängig sondern auch endlich glücklich. Denn kein Mann vermag uns das zu geben, was einfach nur durch uns selbst erlebbar ist. Und das zu lernen ist so ein krasses Erlebnis, so ein erstaunlicher Weg für mich. Diese ersten Momente des Mich-Selbst-in-den-Arm-Nehmens, mich zum Trost streicheln, sie sind wie pures Gold, eine neue Welt, die sich aber so so schön anfühlt und dabei ein echtes Nachhausekommen ist. Wie ein Kind erlebe ich etwas zum ersten Mal, lerne diese neue Welt kennen. Diese sagenumwobene Selbstliebe wird wahr, zeigt sich in kleinen Gesten mir selbst gegenüber, wie kleine Frühlingsblüher, die spärlich den kargen Winterboden zieren. Für mich ist es vor allem Mitgefühl für mich selbst, was diese Selbstliebe ausmacht. Ich bringe Verständnis für mich auf, so wie es immer für andere tat, nur jetzt für mich auch. In der Hoffnung damit ein weiterer Schmetterlingsschlag zu sein, der das Patriarchat zum erliegen bringt, der mich nicht mehr stumm hinnehmen lässt, dass ich als Mutter eines kleines Kindes keine Karriere als Künstlerin machen kann, der mich frei sein lässt, fern von strukturellen Freiheit hin zu echter gelebter Gerechtigkeit. Ich bin unendlich dankbar dies nun langsam fühlen zu dürfen und wünsche mir, dass immer mehr Frauen die Chance haben, die eigene Liebe zu sich selbst als oberste Priorität zu sehen.
Anmerkung: Mit dem Begriff Frau möchte ich alle FLINTA-Menschen einbeziehen.
Ein unangenehmer Jahreswechsel, mit Panik neben meinem Kind, während die Raketen neben unseren Köpfen explodieren, der Partner mit Corona in Isolation. Ich also ganz allein, für viele Tage, direkt nach den Weihnachtstagen. Alles strange. Ich will meine Haare abschneiden, bzw. krass verändern, vielleicht sagt das schon alles über meinen Zustand. Die viele Zeit mit mir selbst bringt mich viel zum Nachdenken, aber auch in meinen eigenen Flow, vor allem abends genieße ich die Zeit für mich selbst, etwas das mir extrem schwer fällt, wenn ich in Gesellschaft bin. Ich mag meinen eigenen Flow, wenn das Kind schläft, nehme ich mir, wenn es gut läuft, kurz Zeit zum aufräumen und mache dann etwas Yoga und/oder meditiere. Ich liebe das so sehr, wenn ich so bei mir bin und das einfach hinbekomme. Ich liebe auch, wie verbunden ich mich in diesen Tagen mit meinem Kind fühle. Ich merke wie erleichternd es ist, dass klar ist, dass ich die einzige bin, die sich ums Baby kümmern kann. Keine Diskussionen, wer welche Aufgabe übernimmt, keinen Frust bei mir, weil ich mich unfair behandelt fühle. Das drückt mir ganz schön auf das Herz. Natürlich kann ich daraus auch viel mitnehmen, zum Beispiel einfach mein Ding machen und drauf scheißen, wenn es nicht fair ist, aber da sträubt es sich in mir so so sehr. Da weiß ich einfach im Moment nicht weiter und bin gespannt, wie es wird, wenn seine Isolation vorbei ist. Außerdem leben wir seit kurzen in einer neuen Stadt, alles fühl sich noch sehr fremd an und ständig frage ich mich, ob ich wirklich hier sein möchte. Es ist fürchterlich, weil solche Gedanken nichts bringen und Ankommen eben seine Zeit dauert. Ich wünsche mir viel mehr Klarheit und dadurch auch ein Zurückfinden zu mir selbst und meiner Intuition, damit ich mir nicht über alles den Kopf zerbrechen muss, sondern weiß, dass ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen kann. Wenn ich im Moment zu meinem Bauch fühle, spüre ich eigentlich nur einen harten Klotz. Insofern hoffe ich mal, dass sich dieses Jahr alles zum Guten wendet und immerhin bin ich mit einem Humor gesegnet, der mich auch in meiner jetzigen Situation nicht das Lachen vergessen lässt.
2023 – I´m open to anything you hold within for me ❤
Stelle ich mich selbst in eine SafeSpaceZone? Ist da nicht sehr viel Selbstmitleid, das mich davor rechtfertigt, endlich richtig loszulegen, wirklich jede Gelegenheit zu nutzen, um mit meiner Selbstverwirklichung voranzukommen? Ich stimme vielleicht nicht allem zu, was sie schreibt, doch für mich ist es der richtige Arschtritt zur richtigen Zeit, so sitze ich gerade neben meinem schlafenden Kind, mitten am Tag und schreibe endlich wieder. Ich möchte da mehr Disziplin an den Tag legen. Wenn er schön spielt (und er spielt unfassbar gut allein), eben doch mal auch meinen Laptop schnappen und dabei schreiben. Etwas, das ich mir nicht erlaube, weil ich ihm immer meine volle Aufmerksamkeit schenken will. Aber was, wenn es genauso wichtig ist, dass er sieht, auch jetzt schon, dass ich für meine Träume kämpfe, dass ich eben auch mal beschäftigt bin und versuche jede Minute zu nutzen, die er mir schenkt. Denn sonst wird mir niemand etwas schenken. Ich bin schön allein verantwortlich für mein Vorankommen, für mein Ausleben und aus mir herauskommen. Und ich werde da auch beharrlich dran arbeiten, solang bis die ersten Früchte zu ernten sind. Nur dafür brauche ich etwas mehr Biss und das sehe ich jetzt auch ein.
Das Buch kann ich im übrigens wärmstens empfehlen. Eine richtige Kampfansage für Frauen, für sich einzustehen und wirklich im Leben als Subjekt zu stehen und zu handeln.
Es ist also ein Jahr her, dass ein Mensch aus mir herauskam. Ich bin nicht mehr dieselbe Person wie damals. Wie auch? Alles hat sich verändert, es gab nicht einen Tag, an dem ich hätte Pause machen können. Es ist unaufhörlich, diese Verantwortung, dieses Bedenkenmüssen, Wachsamsein. Kleine Pausen werden hart erkämpft, oft nicht ohne schlechtes Gewissen. Ich liebe mein Kind, über alles, das ist klar. Stolz erfüllt mich und kostbare Liebe durchflutet mich, wenn ich ihn sehe, er macht auch Freude, es ist schön ihn aufwachsen zu sehen. Ich muss lächeln, wenn ich an die vielen Sorgen denke, die ich mir vielleicht nicht machen müsste, doch ich tue es, kann meinen Kopf nicht abschalten, zerbreche mir den Kopf, ob ich etwas besser machen könnte, ob alles für ihn ideal ist, ob ich wirklich eine gute Mutter bin. Ob ich genug da bin, nicht zu sehr in Gedanken, wie es meine Art ist, sondern präsent, präsent für und bei ihm. Unaufhörlich. Abends die leise Freude in mir, wenn ich weiß, dass er gleich einschläft und ich, zwar müde, ein paar Stunden für mich habe. Wenige Stunden selbstbestimmt sein. Meist zu erschöpft um wirklich kreativ zu sein oder meinem Körper etwas gutes zu tun. Und sie vergehen immer zu schnell, immer der Blick auf die Uhr, geh nur nicht zu spät ins Bett, um 7 Uhr wird er wach sein, da musst du wieder liefern. Ich tue es gern, aber nicht immer und ich freue mich auf Zeiten die selbstbestimmter sein werden. An all das konnte ich nicht denken, als ich mir damals in einem anderen Leben so sehr ein Kind wünschte. Jetzt lebe ich meinen Traum, doch der Alltag ist rau, wie vergeht der Tag, oft ganz allein mit dem Kind. Vor allem als es noch zu klein war, um auf Spielplätze zu gehen. Spazieren gehen. Spazieren gehen. Solang bis ich die Wege nicht mehr sehen konnte. Wieder zu Hause ankommen, auf die Uhr schauen, sehen, dass noch Zeit ist bevor du ins Bett musst. Lange hat mich eine leichte Verzweiflung begleitet, am Ende fehlendes Selbstbewusstsein. Das ist heute zum Glück anders, wenn es auch Momente des Zweifelns gibt, die kurze Unruhe, was mache ich jetzt, ich bin allein, ich muss diesem Kind doch so viel bieten und fühle mich nicht stark genug dafür. Doch es wird besser und dafür bin ich dir dankbar, dass du mich an mich glauben lässt, weil es garnicht anders geht. Du hast mich zu einem Menschen geformt, der in der Realität passiert, ich konnte das immer nur in meinem Kopf. Und ich liebe dich, ich liebe dich wirklich. Und doch bist du nicht alles, ich habe mein ganz eigenes Leben, das voran gehen soll, in dem ich mich verwirklichen will, in dem ich vor großen Fragen stehe. Ein Jahr als Mama, es war viel. Du warst ein Wurm, jetzt bist du schon ein Mensch. Das hätte ich mir niemals vorstellen können. Und auch nicht das, was es mit mir macht.
Ich kann nichts kontrollieren. Und ich muss auch nichts in Ordnung bringen. Ich habe mich um mich selbst zu kümmern, und mich glücklich zu machen. Die meiste Zeit meines Lebens war ich aber damit beschäftigt, ständig im Außen dafür zu sorgen, dass alles gut ist, dass niemand enttäuscht sein könnte oder habe krampfhaft versucht alles um mich zu planen und den Überblick zu behalten. Aber nichts von all dem kann glücken, es liegt nicht in meiner Hand, was geschehen wird, es gibt keine Absicherung und auch keine Garantie. Sicher bin ich auch froh, dass ich nicht großkotzig und unsensibel durch die Welt gehe, doch im Moment spüre ich ganz deutlich, wie sehr ich mich selbst einschränke, wie ich versuche jemand zu sein, der ich nicht bin. Ich ersticke in meinem eigenen Korsett. Ich kann nicht mehr und habe Angst vor dieser Veränderung. Doch sie scheint unumgänglich. Es wird schon gut werden, ich glaube es hat noch niemand bereut, mehr zu sich selbst zu stehen und einen selbstbestimmten Weg zu gehen. Und genau das will ich jetzt auch.
Ich habe es erlebt, ich dachte, mein großer Lebenstraum geht in Erfüllung, endlich war ich schwanger, endlich begann ein neues Kapitel. Mir war nicht bewusst, wie viele Erwartungen an diese besondere Zeit hingen. Ich konnte nur enttäuscht werden und das wurde ich auch. Ich stellte mir, so naiv wie ich war, eine romantische Schwangerschaft mit meinem Partner vor, in der wir uns gegenseitig immer wieder Neuigkeiten aus dem Universum des Babybekommens berichteten, endlos viele Bilder machen, nicht genug Zeit miteinander verbringen könnten und sowieso alles ganz toll und flauschig wäre, während der Bauch wuchs. (Für meinen Partner bedeutete diese Zeit aber etwas ganz anderes, eher ein Abschied von seinem alten Leben und viel Auseinandersetzung mit sich selbst und vor allem mit sich selbst allein.) Auch die Realität als unser Kind dann da war, war eine ganz andere als ich es mir immer ausmalte. Klar ist es logisch, dass die Dinge nie so werden können, wie man sie sich wünscht, doch für mich war es nicht nur Wunsch, sonder ich bin ganz klar davon ausgegangen, dass gewisse Dinge so laufen, wie sie in meinem Kopf aussahen, vor allem in Bezug auf das Verhalten des Vaters des Kindes. Die Einsamkeit schlug so hart zu, als er wieder arbeiten ging. Ich litt sehr unter dieser Zeit und entwickelte großes Verständig für die vielen jungen Mamas, die viel Zeit allein mit ihren Kindern verbringen.
Und nun meine gute Freundin einfach mal so, fast nebenbei, ihre Vorstellung von Kinderplanung gedroppt. Ich war überwältigt und von der Klarheit und Einfachheit, mit der sie sich gegen alle Konventionen, die mich ja so sehr prägten, stellte. Und zwar meinte sie, dass sie, wenn sie mal ein Kind wollte, es Zusammen mit einer Freundin (nicht ihre Partner*in), die auch ein Kind wollte, machen würde. Damit da eben zwei Mamas sind, die all das Glück und all das Leid teilen können. Dass es keine Einsamkeit gibt, dass man sich supported und diese Zeit nach den eigenen Bedürfnissen gestalten kann. Natürlich gehören in dieser Planung auch die Väter/Partner*innen dazu und die sollen in einer solchen Konstellation ihren eigenen Platz finden müssen, aber ganz sicher auch froh sind, die Vaterrolle nicht allein leben zu müssen.
Bestimmt ist diese Einstellung nicht revolutionär und für einige nichts besonderes, doch mir hat es wirklich die Augen geöffnet. Es geht eben nicht nur darum, wann der perfekte Zeitpunkt ist und ob die Beziehung zum Kindesvater perfekt ist. Es geht auch darum, wer wirklich da, wer meine Situation wirklich versteht und mit wem ich sie teilen kann und das ist definitiv am allermeisten eine andere Mami. Ich wünschte das hätte man mir eher gesagt. Sollte ich noch einmal ein Kind bekommen, ist es definitiv mein großer Wunsch es gleichzeitig mit einer Freundin zu tun und damit nochmal eine völlig andere Erfahrung als Mami machen.
*Vergangenheitshinweis
An den Stränden dieser Erde. Du hast dein Zimmer in den Sand gemalt. Du hast vom Ozean erzählt. Dass nichts diese Wellen aufhalten kann. Ich sagte nur die Sonne kann das.
Ich weiß, dass wir uns hätten lieben können. Dass wir diese Welt hätten verändern können. Aber jede Reise hat ein Ende.
Ich habe dein Zimmer gesehen. Dein Leben. Deine Welt. Vielleicht war darin kein Platz für mich. Vielleicht war diese Welt noch nicht bereit für mich.
Oder vielleicht war es meine, die es noch nicht war.
Der Wind bließ nicht in unsere Segel. Wie soll man auch bei einem anderen Menschen ankommen, wenn man sich selbst noch nicht gefunden hat.
Eine Idee, zwei Menschen. Gefühle, viele Worte. Herz, Kopf. Herz. Dann doch Kopf.
Mach´s gut. Danke für alles.
Tausend Worte, die unausgesprochen bleiben.
Du bedeutest mir die Welt, doch es wird auch ohne dich gehen. Bin ja jetzt ein besserer Mensch, habe viel gelernt durch dich. Das sagen wir beide. Aber fuck it. Was nützt es, wenn wir uns nicht haben?
Der Schmerz, er ist da und er wird vergehen. Wie alles. Aber wofür?
Um es besser zu machen? Das nächste mal? Nochmal einen Menschen finden, der mich so berührt. Für den ich alles aufgeben würde.
Hätte ich das wirklich getan? Alles für dich aufgeben?
Zu viel Vorsicht. Aber was ist, wenn… Die fehlende Fähigkeit sich wirklich hinzugeben. Zu lieben.
Soko singt: „I don´t want to judge what´s in your heart. But if you´re not ready for love, how can you be ready for life?”
Ich weiß nicht, ob ich sie dafür lieben oder hassen soll.
Und jetzt? Es geht weiter. Immer weiter. Die Herzen schlagen weiter.
Andere Menschen. Andere Frauen, andere Männer. Natürlich wünsche ich dir nichts anderes als glücklich zu sein. Vielleicht wirklich lieben zu können.
Aber vergiss mich nicht. Oder doch.
Vergiss sie nicht. Diese hübsche Erinnerung. Ein Traum, unrealistisch. Ein Film, so kitschig und dumm, dass er nie gedreht werden würde.
Doch genau das waren wir.
Fast eine Liebesgeschichte.